Die Pretzschendorfer Kirche

Äußeres  •   Inneres  •   Besonderheiten  •   Erntedankfest  •   Bau 1732 – 1734  •   Sanierung 1999 – 2007

Das Äußere der Kirche

Egal, aus welcher Himmelsrichtung man Pretzschendorf erreicht – die Kirche fällt stets ins Auge. Durch ihre Größe und ihren Standort auf der Anhöhe in Richtung Freiberg ist sie selbst aus einigen Kilometern Entfernung als Wahrzeichen von Pretzschendorf zu erkennen. Bei der letzten Sanierung der Kirchenfassade in den Jahren 1999 bis 2001 erhielt die Kirche einen weißen Anstrich. Erstmals wurden die Fensterfaschen und Mauerkanten aus Sandstein mit verputzt und hellgelb angestrichen, sodass sich die helle barocke Farbgebung des Innenraums seitdem außen widerspiegelt.

Rückansicht Kirchturm Vorderansicht

Das Hauptportal der Kirche befindet sich im Turm, der auf der Nordwestseite des Kirchenschiffs angeordnet ist. Dieses erstreckt sich symmetrisch zu beiden Seiten des Turms und wird von kleinen Anbauten mit Seiteneingängen abgeschlossen, über die auch die drei Emporen erreicht werden können.
Der Ausbau in halber Höhe des Turmes (Nordostseite) ist 1933 für den Posaunenchor geschaffen worden. Von dort aus wird in jeder Silvesternacht geblasen, bevor die Glocken das neue Jahr einläuten.
Weithin sichtbar erhebt sich über der Zwiebel des Turmes der im Jahre 1999 zum siebten Mal vergoldete Turmknopf. Im Inneren dieses 80 mal 90 Zentimeter großen ovalen Knopfes befinden sich drei verlötete Kupferkassetten mit den sogenannten „Turmknopfnachrichten“. Diese handgeschriebenen Berichte bringen eine Fülle von Mitteilungen aus der Geschichte der Kirchgemeinde.
Über dem Turmknopf dreht sich in einer Höhe von fast 50 Metern die Wetterfahne aus dem Jahre 1816 mit der vergoldeten Jahreszahl 1734.

Das Kircheninnere

Viele Besucher, die das Innere der Pretzschendorfer Kirche betreten, wundern sich über die Höhe dieses Bauwerkes. Mit 1 127 nummerierten Sitzplätzen im Schiff und auf den drei Emporen kann dieses Gotteshaus als eine der größten sächsischen Dorfkirchen bezeichnet werden.
Dass noch sehr viel mehr Menschen in dieser Kirche Platz finden, zeigte sich zum 200. Jubiläum der Kirche im Jahre 1933. Auch als in den Jahren 1947 und 1948 der Dresdner Kreuzchor hier gesungen hat, sind zu diesen beiden Veranstaltungen jeweils etwa 1 800 Besucher gekommen.

In hellen Farben ausgemalt – Weiß und Grün und Gelb und Gold – wirkt das Innere der Kirche heiter und freundlich. Von jedem Platz aus hat man eine gute Sicht zum Altar und zur Kanzel. Die Bänke des Kirchenschiffes waren erst um 1900 giftgrün übermalt worden. Bei den Erneuerungsarbeiten 1933 wurde diese Farbschicht wieder beseitigt. Das Gestühl, die Emporen und die Decke des Kirchenraumes wurden nach der alten barocken Farbgebung wiederhergestellt. Bei diesen Arbeiten kamen an den vorderen Bänken alte Ornamente zum Vorschein. Kunstmaler Helas bezeichnet gerade diese Ornamente auf den drei Seiten des Altarplatzes als besonders wertvoll. Er äußerte die Vermutung, dass sie von dem sächsischen Hof- und Jagdmaler Bucäus stammen könnten. Auch Taufstein, Altar und Kanzel waren bei einer früheren Renovierung übermalt worden. Der Taufstein konnte 1934 renoviert werden. Die Übermalung in braunen und schwarzen Farbtönen wurde auch hier beseitigt. Nur an wenigen Stellen wurde der Sandstein vergoldet.

Der Kanzelaltar ist von dem während des Baues dieser Kirche hier wirkenden Pfarrer M. Johann Gabriel Gütner – sein Bild ist an der Wand rechts hinter dem Altar zu sehen – gestiftet worden; eine Inschrift in lateinischer Sprache an der Rückseite des Altars weist darauf hin. Dieser Kanzelaltar wurde 1984 in seiner helleren barocken Farbgestaltung wiederhergestellt.

Die Orgel – es ist die dritte Pretzschendorfer Orgel – ist im Jahre 1906, dem damaligen Ideal einer Konzertorgel entsprechend, von der Dresdner Firma Gebrüder Jehmlich gebaut worden. Weitere Jehmlich-Orgeln stehen beispielsweise in Lauenstein, Moritzburg und Bad Schandau sowie in der Dresdner Kreuzkirche.
Für die neue Orgel wurde der südliche Anbau der Kirche um zwei Meter erhöht. Auf zwei Manualen und dem Pedal können 1 637 Pfeifen zum Klingen gebracht werden. Im Jahre 1941 konnte durch den Einbau von fünf neuen Registern eine Klangverbesserung erreicht werden.
Der Orgelprospekt mit seiner prachtvollen Bemalung stammt aus der Zeit des Kirchenbaus.

Die beiden bunten Glasfenster rechts und links vom Altar – das Weihnachtsbild und das Osterbild – sind im Jahre 1915 von Professor Ludwig Otto, Historienmaler aus Dresden, im Jugendstil gestaltet worden.

Gospelgottensdienst
Christvesper im Kerzenlicht
Altar und Kanzel, links und rechts Beichtstühle
Jehmlich-Orgel
Buntglasfenster Christi Geburt

Besonderheiten

Der innere Aufbau der Kirche entspricht den von George Bähr geschaffenen Gotteshäusern. So wie in der Dresdner Frauenkirche, dem bekanntesten Werk dieses genialen Baumeisters der Barockzeit, sind auch hier Altar, Kanzel und Orgel übereinander angeordnet. George Bähr und Christian Simon, der den Bau der Pretzschendorfer Kirche geleitet hat, haben mehrfach zusammengearbeitet. Ob auch beim Bau der Pretzschendorfer Kirche eine solche Zusammenarbeit zustande gekommen ist, lässt sich jedoch nicht belegen.

Interessant sind die beiden Beichtstühle unter den bunten Glasfenstern. Es gibt nur wenige Beispiele dafür, dass auch in evangelischen Kirchen einst Beichtstühle eingebaut worden sind. Links neben der Orgel hängt ein altes Kruzifix. Das lateinische Wort „crucifixus“ bedeutet „ans Kreuz geheftet“. Wie die sogenannte Feuerglocke in der Laterne des Kirchturmes stammt auch dieses Kruzifix noch aus der alten Kirche. Der unbekannte Künstler hat es meisterhaft verstanden, die Züge des Leidens auf dem Gesicht des Gekreuzigten darzustellen. Eine Besonderheit dieses Kunstwerkes ist es, dass die Haare nicht aus Holz geschnitzt sind. Sie wurden als Haarperücke aufgesetzt. Auch im Freiberger Dom gibt es drei Beispiele für eine derartige Gestaltung des Haares.

Kesselpauken
Rittergutsstuben

Die beiden Kesselpauken an der Brüstung der Orgelempore stammen aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges – der Preußenkönig Friedrich der Große (der „Alte Fritz“) lebte zur Jahreswende 1759/60 drei Wochen lang im Pretzschendorfer Pfarrhaus, woran eine Gedenktafel über dem Pfarrhoftor erinnert.
Die Kesselpauken werden gern benutzt zu besonderen Höhepunkten des Gemeindelebens. So erklingen sie alljährlich zum Erntedankfest bei dem Choral „Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen“ zusammen mit der Orgel und den Instrumenten des Posaunenchores.

Die beiden ehemaligen Rittergutsstuben in der ersten Empore – der Kanzel gegenüber – erinnern an die beiden Rittergüter Oberpretzschendorf und Niederpretzschendorf. 1736 waren diese beiden Güter vereinigt worden, 1877 wurden sie vom Ritterguts-Konsortium übernommen.
Die beiden Doppelwappen über den Rittergutsstuben weisen auf die beim Bau der Kirche hier wohnenden Familien hin. Es handelt sich – von links nach rechts – um die Wappen der Familien Vitzthum v. Eckstädt und v. Forstern (Niederpretzschendorf), v. Poigk und v. Kannewurf (Oberpretzschendorf).

Erntedankfest in der Pretzschendorfer Kirche

EinErntedankfest besonderer Höhepunkt in jedem Jahr ist die Feier des Erntedankfestes, wenn sich die Kirche wie zu Weihnachten bis zur obersten Empore füllt. Viele Gemeindemitglieder schmücken mit Blumenkränzen die Emporen und mit Früchten aus Feld und Garten sind der Taufstein und der Altar reich dekoriert. Der Gottesdienst beginnt mit dem Einmarsch des Posaunenchors, der das Pretzschendorfer Erntedankfestlied spielt. Anschließend bringen die Kinder und Vorkonfirmanden ihre Erntegaben zum Altar.
Das Erntedankfest findet traditionell am dritten Sonntag im September um 14 Uhr statt. Der nächste Termin ist damit voraussichtlich der 17. September 2017.

Fotogalerie

Kränzebinden im PfarrhofKränzebinden im PfarrhofGeschmückte KircheSonnenblumenkranzPastorin, Posaunenchor und Kinder mit Erntekrone und Erntegaben marschieren vom Pfarrhaus zur KirchePosaunenchor PretzschendorfMarsch zur KircheEinmarsch des PosaunenchorsEinmarsch des PosaunenchorsEinmarsch des PosaunenchorsGottesdienstbesucherDie Erntekrone wird auf den Taufstein gelegtGeschmückte KircheZu „Lobt froh den Herrn“ werden mit Blumen geschmückte Stäbe erhobenNach dem Gottesdienst spielt der Posaunenchor traditionell auf dem Friedhof (Standort der alten Kirche)

Unser altes Pretzschendorfer Erntedankfestlied

  1. Herr, wir kommen heute wieder,
    Bringen freudig dir Lobopfer dar,
    Dass dein Segen kam hernieder
    Reichlich auch in diesem Jahr.
    Den wir nun auch glücklich eingebracht,
    Unsre Scheunen vollgemacht.
  1. Reichlich sahn wir unsre Saaten
    Auf den Feldern froh voll Hoffnung stehn
    Und du ließest sie geraten,
    Nicht im Wetter untergehn.
    Wer nicht dankbar dich als Schöpfer ehrt,
    Ist nicht deiner Güte wert.
  1. Wer sind wir, dass deine Güte
    Sich so groß und reich an uns gezeigt?
    Unser dankerfüllt Gemüt,
    Das sich vor dir, Vater, neigt.
    Betet dich in Liebe und Demut an
    Fühlt, was du an uns getan.
  1. Lass, o Vater, unser Herzen
    Voll von Mitleid auf die Brüder sehn
    Welche traurig und voll schmerzen
    Denken an das Untergehn
    Ihrer reichen Ernte. Zu erfreun
    Wollen wir stets willig sein.
  1. Herr, der Menschen Millionen
    Die du täglich näherst voll Gütigkeit.
    Unter allen Himmelszonen,
    Preisen deine Güte heut.
    Weil der Mensch zu fühlen willig ist,
    Dass du, Herr, uns nicht vergisst.

Kirchenbau 1732 – 1734

Die alte Pretzschendorfer Kirche stand in der Mitte des Friedhofes. Ihre Grundmauern sind heute noch im Erdreich vorhanden.
Diese alte Kirche wurde zu klein. Bereits um 1690 dachte man daran, eine neue Kirche zu errichten. Ein Neubau der Kirche musste jedoch lange hinausgeschoben werden. Die verheerenden Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges waren noch nicht überwunden. Die Pest hatte 1680 in den drei zur Kirchgemeinde gehörenden Dörfern Pretzschendorf, Röthenbach und Friedersdorf 200 Menschen dahingerafft.
Schlechte Ernten und Teuerung trugen dazu bei, dass die Gemeinde sich nur langsam erholen konnte. So wurde der Wunsch nach einer neuen, größeren und helleren Kirche weitergegeben an Kinder und Enkel. Es vergingen Jahrzehnte.

Im Winter 1731 wird es gewesen sein, als wieder einmal über die Enge und Dunkelheit der Kirche gesprochen wurde. Und wieder hieß es: Wir sind zu arm! Wir schaffen’s nicht! Da habe sich einer zu Wort gemeldet und gesagt: Wenn wir es wieder so machen wie unsere Großväter, wenn wir den Bau einer neuen Kirche auf die Enkel abschieben, dann wird es wohl nie werden. Wie wäre es denn, wenn wir im Vertrauen auf Gottes Hilfe einfach anfingen? Und wenn jeder zupackt, dann müsste es doch möglich sein, dass wir uns eine neue Kirche bauen.
Dieser Vorschlag fand Zustimmung. Die gesamte Gemeinde wurde aufgerufen zur Hilfe und Mitarbeit. Und viele waren dazu bereit. Auch die wurden mitgerissen, „welche vielleicht nicht aus böser Meinung, sondern aus Furchtsamkeit und wegen der unüberwindlich anscheinenden Schwierigkeiten“ (Chronik von Pretzschendorf) gegen diesen Bau gestimmt hatten.
Da man eine Kirche bauen wollte, die nicht wieder zu klein werden sollte, musste ein tiefes Fundament gegraben werden. Bei den Ausschachtungsarbeiten stieß man aber sehr schnell auf festes Gestein. Damit hatte man nicht gerechnet. Dieser feste Grund war eine große Erleichterung für die weitere Arbeit. Und für die Gemeinde war es eine Freude zu wissen: unsere neue Kirche steht auf Felsengrund.

Am 5. Mai 1732 konnte der Grundstein gelegt werden. Mit großem Eifer wurde die Arbeit begonnen. In dem Bericht über den Kirchenbau, der 1734 in den Turmknopf gelegt worden ist, weist Pfarrer Gütner hin auf die vielen Helfer, die unermüdlich dazu beigetragen haben, dass die Arbeit nicht ins Stocken kam. Er erwähnte auch, „dass diejenigen, die im Anfange sich noch am schwierigsten dazu bezeiget, hernach die vornehmsten Beförderer dieses Kirchenbaues geworden, und dazu nach allem Vermögen Rat und Tat gegeben haben.“
Erstaunlich war auch die Bereitschaft, durch finanzielle Opfer den Bau einer so großen Kirche zu ermöglichen. Pfarrer Gütner schreibt in dem bereits genannten Bericht darüber: „Doch war dieses noch lange nicht zulänglich, das vorhabende Werk auszuführen, sondern die gutwilligen Gaben und Geschenke, zu welchen Gott die Herzen ganz wunderbarerweise lenkte, mussten der Sache noch den besten Ausschlag geben. Denn nicht nur die hochadligen Herren Collatores, sondern auch alle und jeder in der ganzen Kirchfahrt freiwillig und ungezwungen zu diesem Kirchbau solche Verehrung getan, als man sich’s vorher kaum vermutet hätte. Auch junge und ledige Leute männlichen und weiblichen Geschlechts samt vielen Dienstboten ließen sich vom Geist Gottes regieren und brachten dazu ihre Gaben nach ihrem Vermögen. Auch von fremden und entlegenen Orten dazu ist erbeten oder ungebeten gespendet und geschenkt worden, nicht weniger was auch durch freiwillige Sammlungen bei Verlöbnissen, Hochzeiten, Kindtaufen und sonsten reichlich zusammen gebracht worden ist. Also dass man in der Wahrheit sagen und behaupten kann, dass der ganze neue Kirchen- und Turmbau, so mit Kanzel und Altar über 6000 Thaler kostet, größtenteils durch freiwillige Gaben, Geschenke und Almosen, dazu Gott die Herzen regiert hat, zustande gekommen ist.“
Dank dieser erstaunlichen Unterstützung des Unternehmens durch die Gemeinde wurde es möglich, den Bau der Kirche und der unteren 4 Stockwerke des Turmes in anderthalb Jahren – in den zwei Sommern 1731/32 – zu vollenden.

Eine derart kurze Bauzeit war für die damaligen Verhältnisse eine enorme Leistung. Es musste ja alles mit der Hand gemacht werden. Ein Beispiel für diese Handarbeit ist das auch heute noch jeden Fachmann beeindruckende Dachgebälk. Die Balken wurden mit der Hand behauen. Sie sind ohne einen einzigen eisernen Nagel ineinandergefügt worden.
Im Jahre 1734 wurde die alte Kirche abgebrochen. Die Reste der Grundmauern sind noch heute im Erdreich vorhanden. In besonders trockenen Jahren sind sie vom Balkon des Kirchturmes aus an den vertrockneten Rasenstreifen zu erkennen.
Mit den Steinen, Brettern und Balken der alten Kirche wurde der Turm vom 4. Stockwerk an weitergebaut. Auf einigen dieser Bretter und Balken sind heute noch alte verschnörkelte Ornamente – Fachleute sprechen vom Motiv des „rollenden Hundes“ – zu erkennen. Auch von außen war bis zur Sanierung im Jahr 2000 am Turm ablesbar, von welcher Höhe an 1734 weitergebaut worden ist. Die Eckquader aus Sandstein sind in der unteren Hälfte des Turmes unregelmäßig in ihrer Länge und Breite. Im oberen Teil des Turmes dagegen sahen wir nur regelmäßig behauene Ecksteine. An der Ostseite des Turmes befindet sich eine Sandsteinplatte mit den fünf Jahreszahlen 1783 – 1833 – 1883 – 1933 – 2000. Diese Zahlen sind ein Hinweis auf jene Jahre, in denen die Kirche einen neuen Außenputz erhielt.
Über die Kosten des gesamten Kirchenbaus in den Jahren 1732/33 gibt die Chronik Auskunft. Die Ausgaben beliefen sich auf „6.843 Thaler 15 Groschen 9 Pfennige“. Dies ist eine erstaunlich niedrige Summe der Ausgaben für den Bau einer so großen Kirche! In der Chronik heißt es dazu: „Es ist zu verwundern, mit welch geringem Geldbetrag der große Bau bewältigt worden ist.“
Es ist auch viel Material für den Kirchenbau geschenkt worden. Das gilt vor allem für die Steine und das Zimmerholz. Allein aus Röthenbach wurden 54 Stämme Zimmerholz unentgeltlich zur Verfügung gestellt! Ein weiterer Grund für die überraschend niedrige Endsumme der Ausgaben ist die große Zahl der freiwillig geleisteten Arbeitsstunden, für die kein Lohn verlangt wurde.

Quelle: Festschrift „250 Jahre Kirche zu Pretzschendorf“

Sanierung und Restaurierung 1999 – 2007

Von 1999 bis 2001 wurde das Äußere der Pretzschendorfer Kirche umfassend saniert. Die Erneuerungsarbeiten begannen am Kirchturm mit der Abnahme der Turmkugel und der Wetterfahne am 17. Juni 1999. Am 23. Oktober des Jahres konnte der Kirchturm mit neu vergoldeter Fahne und Kugel gekrönt werden, nachdem die Neueindeckung des Daches abgeschlossen war. Im Jahr 2000 folgte die Fertigstellung des gesamten Kirchturms, der neuen Putz, neue Türen und neue Fenster erhielt. Im darauffolgenden Jahr wurde schließlich die Erneuerung der Außenfassade vollendet – die Kirche erstrahlt seitdem in weiß und gelb.

Im Jahr 2007 folgte die Restaurierung des Kircheninneren. Der gesamte Innenraum wurde Anfang des Jahres erstmals in der Kirchengeschichte vollständig eingerüstet, sodass die Decke von der obersten Rüstebene aus berührt werden konnte. Altar und Kanzel, Kruzifix, Bänke, Emporen und die Orgel wurden gereinigt und restauriert, die Wände erhielten einen neuen Anstrich. Auch die Decke wurde neu verfugt und malerisch instand gesetzt. Das Erntedankfest konnte als erster Gottesdienst in der restaurierten Kirche gefeiert werden, deren barocke Schönheit nun wieder voll zur Geltung kommt.

Fotogalerie

Kirche vor der Sanierung17. Juni 1999: Ein großer Kran steht vor der Kirche......um Turmkugel und Wetterfahne abzunehmen.Die Turmkugel wird abgenommenDer Turmknopf enthält eine Kupferhülse mit historischen Dokumenten.Zur Neueindeckung eingerüstete ZwiebelGlockenstube vor der Sanierung...... und danachIm Jahr 2000 wird die Turmsanierung abgeschlossen.2001 erstrahlt die gesamte Außenfassade in neuem Glanz.Anfang 2007: Der gesamte Innenraum der Kirche ist eingerüstet.Gerüst in der KircheDas Gerüst...... reicht bis zur Kirchendecke.Kurz vorm Erntedankfest 2007 ist die Restaurierung abgeschlossen und der Kronleuchter kann wieder aufgehängt werden.

In diesem Jahr werden die Glocken erneuert. Nachdem die ursprünglichen Bronzeglocken Opfer des Zweiten Weltkriegs wurden, weihte Pfarrer Horst Heinke zum Reformationsfest 1948 drei Glocken aus Eisenhartguss. Diese werden nun nach fast 70 Jahren rissig und müssen ersetzt werden. Im Dezember 2016/Januar 2017 wurde ein vollständiges neues Geläut mit drei Bronzeglocken in der Kunst- und Glockengießerei Lauchhammer gegossen. Die Glockenweihe ist für Pfingsten 2017 geplant.

Pretzschendorfer Kirche

Auf unserer Weihnachtsbergseite gibt es die
Pretzschendorfer Kirche als Bastelbogen.
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