Die Kleinbahn Klingenberg-Colmnitz – Frauenstein

ImStreckenplan - klicken zum Vergrößern Laufe von etwa 70 Jahren sahen die Personenwagen der Schmalspurbahn von Klingenberg-Colmnitz nach Frauenstein die unterschiedlichsten Fahrgäste. Zuerst waren es nur geladene Fahrgäste, die auf der 19,7 km langen Strecke durch Teile des malerischen Colmnitz- und Bobritzschtales die etwa 250 Höhenmeter hinauf nach Frauenstein fuhren.

Der Bahnbau hatte etwa 2 Millionen Mark gekostet. Mitunter waren 130 Arbeiter mit Erdarbeiten beschäftigt, um den Bahndamm aufzuschütten. Am 14. September 1898 wurde die Kleinbahnstrecke in Betrieb genommen.
Der Bau der Bahnstrecke brachte den anliegenden Dörfern große Vorteile durch den nun folgenden Gütertransport. Ausschließlich mit dem Personentransport konnte die Eisenbahn bereits früher nicht aus den roten Zahlen kommen. So fuhren oft gemischte Wagen, bestehend aus Personen- und Güterwagen.

Bahnhof Klingenberg-Colmnitz Kleinbahn in Pretzschendorf Bahnhof Friedersdorf

In unseren Dörfern gab es fünf Bahnhöfe/Haltepunkte für die Kleinbahn nach Frauenstein: Klingenberg-Colmnitz (linkes Bild), Obercolmnitz, Niederpretzschendorf, Pretzschendorf (linkes Bild unten) und Friedersdorf (rechts Bild). Klingenberg-Colmnitz gehörte außerdem zur Schmalspurstrecke Klingenberg–Wilsdruff, zudem führt die Bahnstrecke von Zwickau nach Dresden hier vorbei. Dadurch wurde Klingenberg-Colmnitz für viele Orte zum „Tor zur großen weiten Welt“.
Bis heute geblieben ist nur die sogenannte Sachsen-Franken-Magistrale von Nürnberg über Zwickau, Chemnitz und Freiberg nach Dresden, die über Klingenberg-Colmnitz führt.

Bahnhof Pretzschendorf Kleinbahn im Oberdorf von Pretzschendorf Bahnhof Friedersdorf

Seit die Güterbeförderung 1970 auf den Kraftverkehr übertragen worden war, konnte mit der Bahnstrecke kein Gewinn mehr erzielt werden. Als am 20. Oktober 1971 eine Lok aufgrund schlechter Gleisbedingungen umkippte, wurde ein Schienenersatzverkehr eingesetzt, der nicht mehr aufgehoben wurde. Die Bahnstrecke wurde bis 1978 abgerissen, nur einige Bahnhöfe, wie der Bahnhof Friedersdorf auf dem Foto, blieben erhalten und erinnern noch heute an die Schmalspurbahn.

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